Auslandssemester 2020,  Blogartikel

Abschied

Hallo und herzlich Willkommen zurück auf meinem Blog!

Heute erscheint wohlmöglich der letzte Beitrag über mein Auslandssemster, denn ich schreibe Montag bereits meine letzte Prüfung. Schlussendlich konnte ich leider nicht nach Pécs zurückkehren. Generell wird es wohl noch dauern bis ich das nächste Mal wieder nach Ungarn kann. Nichtsdestotrotz zählt die Zeit in Ungarn mit zu der schönsten in meinem ganzen Studium. Wenn ich zurückdenke, bekomme ich Tränen in den Augen. Ich habe so viele tolle und großartige Menschen kennengelernt, unfassbar vieles gelernt, verdammt viel Spaß gehabt und sehr viel mitgenommen. Ich bin noch selbstständiger geworden, habe am eigenen Leibe erfahren dürfen wie es ist in einem fremden Land weit entfernt von seinen Liebsten zu sein und mehr oder weniger auf sich allein gestellt zu sein. Ich bin sehr glücklich darüber diese Entscheidung getroffen zu haben und sehr sicher, dass dies nicht mein letzter längerer Auslandsaufenthalt war.

Doch wie geht es nun weiter?

Ende Juni/ Anfang Juli werde ich meine Bachelor-Arbeit beginnen. Neben den „Hausaufgaben“, Präsentationen, Online-Veranstaltungen und Prüfungen in den vergangenen Wochen habe ich mir überlegt, wie es in meinem Leben weiter gehen und wo die Reise hingehen soll. Letzte Woche hatte ich ein sehr interessantes und ausschlussreiches Gespräch mit einer Professorin und habe mich aufgrund dessen endgültig dafür entschieden meine Abschlussarbeit im Bereich Human Ressource Management (Personalwesen) zu schreiben. Drei Monate werde ich dafür Zeit haben, was bedeutet, dass ich irgendwann im September fertig sein werde mit meinem Studium. Des Weiteren hat mir die Professorin Denkanstöße bezüglich eines möglichen Master-Studiums gegeben, über welches ich mir bereits jetzt viele Gedanken mache. Allerdings sind diese noch eher nebensächlich. Wie, wann und wo genau weiß ich noch nicht. Aber wenn ich in letzter Zeit eines gelernt habe, dann dass es in Ordnung ist nicht genau zu wissen wie es weiter geht. Noch vor einem Jahr hätte mich das ungewisse wahnsinnig gemacht. Heute lehne ich mich zurück und lasse es auf mich zukommen. Kommt Zeit kommt Rat.

Doch zum krönenden Abschluss möchte ich noch einen der letzten Geschehnisse in Ungarn mit euch teilen: Wir waren also mit dem Auto auf den Weg von Pécs zu meiner Oma, um die letzten Sachen bei ihr einzupacken und um uns von ihr zu verabschieden. Es war mittlerweile dunkel und ich fuhr uns durch ein kleines Dorf. Mitten auf der Straße stand plötzlich ein Mann mit Warnweste und Taschenlampe. „Was für ein Idiot steht denn im Dunkeln auf der Straße?!“, entfuhr es mir und ich blinkte in mit der Lichthupe an. „Ähm du…das ist ein Polizist.“, entgegnete mein Freund. In der nächsten Sekunde winkte der Polizist mich auch schon raus. „Na ganz toll. Das hat gerade noch gefehlt.“, kommentierte ich meine erste Polizeikontrolle. Als der Polizist allerdings erkannte, dass wir deutsche waren, konnte man ihm ansehen, dass er nicht sonderlich erfreut war. Beim Rauffahren auf die Auffahrt der dunklen Tankstelle, wo die Polizisten ihren Streifenwagen geparkt hatten, fuhr ich bereits das Fenster runter und begrüßte den Polizisten mit einem Lächeln: „Jó estét kivanok!“ (Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Guten Abend!) Die Verwirrung in seinem Gesicht war groß und während er mit der Taschenlampe ins Auto leuchtete, erwiderte er: „Jó estet, ön magyar?” (Guten Abend, sind Sie Ungarin?) Ich schmunzelte: „Nem igazán. Fél-magyar vagyok.” (Nicht ganz. Ich bin Halbungarin) Er grinste: „Ez a fél-magyar ez mi?” (Was soll denn eine Halbungarin sein?) Ich klärte ihn auf und er lachte. Anschließend fragte er, wo wir hinwollen würden und aus welchem Grund. Ich erklärte es ihm. Erst dann leuchtete er auf den Beifahrersitz und fragte wieder mit einem Grinsen im Gesicht: „Ön is fél-magyar?” (Ist er auch Halbungar?) Ich antworte für meinen Freund, der natürlich kein Wort von dem Verstand, was wir da so redeten: „Nem, ö egész német.” (Nein, er ist ein ganzer deutscher.) Er nickte nur und drehte sich dann zu seinem Kollegen, der die ganze Zeit hinter dem Wagen stand und fragte diesen, ob die uns noch kontrollieren wollen. Sie leuchteten einmal ins Auto, welches komplett vollgepackt war. Doch sein Kollege schien nicht sonderlich scharf darauf zu sein das ganze Auto auszuräumen. Somit durften wir weiter fahren ohne, dass wir auch nur einmal nach dem Ausweis oder nach anderen Papieren gefragt worden wären. Lachend fuhren wir weiter.

Die Stadtmitte in Pécs

Das war es erstmal mit meinem Auslandsblog. Zum Abschluss möchte ich Euch auch diesmal ein paar Bilder nicht vorenthalten. Da mir das Schreiben allerdings sehr viel Freude bereitet hat, werdet Ihr in Zukunft auch sicherlich noch von mir lesen. Danke an alle, die diesen Blog fleißig mitverfolgt und kommentiert haben und selbstverständlich auch ein riesiges Dankeschön an alle, die mich bei meiner Reise im Ausland begleitet und unterstützt haben!

Bis dahin verabschiede ich mich erstmal. Aber wie war das auch noch?

Heute ist nicht alle Tage,

Ich komme wieder,

keine Frage!

(Wer als erstes errät von wem dieses Zitat stammt, darf sich von mir überraschen lassen )

Eure, Patrizia  

In Pécs

Eines meiner Lieblingsrestaurants in Pécs

Stadtzentrum Pécs

Auch in Pécs

Pécs

Ausblick vom Schloss in Budapest

Das Parlament

Das Parlament bei Nacht

Ein Kommentar

  • Elke Bontjer-Dobertin

    Keine Frage: Das war doch der Rosarote Panther?
    Liebe Patrizia,
    dieser vorerst letzte Bericht von Deinem Ungarn-Aufenthalt rührt mich an. Ich kann mir vorstellen, wie Dir zumute war und in Teilen sicher immer noch ist. Du hast Wunderbares erlebt und nimmst das mit für den Rest Deines Lebens.
    Wenn Ihr selber längst Oma und Opa seid, ich gehe einfach mal davon aus, dass Jens dann noch an Deiner Seite ist, werdet Ihr Euch in gemütlicher Erinnerungsstunde fragen: Weißte noch, am letzten Tag die Polizei auf dem Weg zu Mami?
    Aber auch, wenn Ihr nicht gemeinsame Großeltern seid, sondern gute Freunde bleibt, wird unweigerlich die Sprache darauf kommen. Freu Dich daran!

    Ich bin mir sicher, dass Du nach und nach herausfindest, wohin Dein Lebensschiff steuert, was für Dich das Richtige ist. Gehst ja jetzt schon den richtigen Weg. So sieht es jedenfalls für mich aus.
    Ganz dolle wünsche ich Dir Allerbestes! Bleib gesund!!!!!
    Fühl Dich umarmt
    von Deiner OmaElke

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