Auslandssemester 2020

Von wegen Langeweile

Hallo und herzlich Willkommen zurück auf meinem Blog!

Vorletzte Woche begangen für mich die Online-Kurse. Wie soll ich sagen, es ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Der Dozentin bzw. die Dozentin und wir Studenten treffen uns via Microsoft Teams zu einer Besprechung. Während wir unsere Mikrofone und Kameras ausgeschaltet lassen (müssen), da die Internet-Verbindung dafür nicht reicht, dass 30 Leute gleichzeitig reden, spricht der/die Dozent(in) mit uns und gibt uns ihren/seinen Bildschirm frei, damit wir die Präsentation sehen können. Auch wenn sich alle große Mühe geben es so „normal“ und spannend zu gestalten wie nur irgendwie möglich, gelingt es doch nicht so richtig. Allerdings bin ich froh darüber, dass wir trotz der jetzigen Umstände das Semester beenden können und es nicht wiederholen müssen. Dahingehend gibt sich die Universität mit ihren Dozenten und Professoren sehr viel Mühe.

Einige (sogar relativ viele) meiner Mitstudenten sind tatsächlich in Pécs geblieben. Obwohl in Ungarn der nationale Notstand ausgerufen worden ist, soll man in Pécs noch nicht viel von den Beschränkungen mitbekommen. Die derzeitige Situation im Land bereitet mir allerdings Sorgen. Für die, die es noch nicht mitbekommen haben: Viktor Orbán, dem Regierungschef, ist es nun erlaubt per Dekret unbeschränkt zu regieren. Das bedeutet, dass er für unbestimmte Zeit die uneingeschränkte Macht innehält. Ich glaube jedem ist bewusst, was das heißt und deshalb werde ich das jetzt auch unkommentiert lassen.

Dadurch, dass die Vorlesungen weiterhin stattfinden, habe ich einiges zu tun und mir wird sicherlich nicht langweilig. Selbstverständlich spüren wir alle die Einschränkungen aufgrund der Pandemie. Das Haus verlasse ich nur noch zum Einkaufen und zum Spazieren. Den Rest der Zeit verbringe ich entweder mit Lernen oder nehme mir Zeit für die Dinge, die ich mir schon lange vorgenommen, aber nie geschafft habe. Beispielsweise haben wir den Wohnungsflur gestrichen, ich male, zeichne und lese nach viel zu lange Zeit wieder und wir spielen Brettspiele. Eines meiner Lieblingsspiele im Augenblick ist das Strategie-Spiel „Carcassonne“. Wir besitzen mittlerweile einige Erweiterungen zu dem Spiel, sodass es immer abwechslungsreich und lustig ist. Ich füge euch hier einmal den Link ein, falls Interesse besteht: https://www.carcassonne-spiel.com/ .

Das Carcassonne Spielfeld

Erstaunlicherweise hänge ich viel weniger vor dem Fernseher als erwartet. Selbstverständlich gucke ich abends mal einen Film oder eine Serie (im Augenblick „The Blacklist“, läuft auf Netflix und ist sehr zu empfehlen!), allerdings wirklich nur abends und das auch nicht sonderlich lange. Darüber hinaus mache ich wieder richtig viel Sport und habe Yoga für mich entdeckt. Aufgrund meiner Krankheitsvorgeschichte tut mir das Strecken und Dehnen währenddessen sehr gut und es ist wesentlich anstrengender als es aussieht. Jeder, der das noch nicht ausprobiert hat, sollte dies einmal machen.

Am Wochenende ist Ostern. Eigentlich wäre ich jetzt bei meiner Oma in Tamási, gemeinsam mit meinen Eltern, die mich zu diesem Zeitpunkt besuchen wollten… 1. Kommt es anders und 2. Als man denkt. Ich habe mir vorgenommen Nussecken zu backen, dafür muss ich nachher allerdings noch einkaufen gehen. Zudem male ich gerade Postkarten, um diese an besondere Menschen zu verschicken, die ich an Ostern leider nicht sehen kann und welche teilweise allein zu Hause sind. Darüber hinaus wollte ich heute/ morgen noch einen Bananenkuchen backen, das Rezept findet ihr angehängt, außerdem muss ich noch ein paar Dinge für die Universität erledigen und 2/3 Workouts diese Woche stehen auch noch auf dem Plan. Wie ihr sehen könnt, kommt bei mir keine Langeweile auf.

Osterkarten-Malerei

Ihr Lieben, versuchen wir das Beste aus der derzeitigen Situation zu machen. Nicht den Mut verlieren, China hat das Ganze mittlerweile überstanden und sie haben die Ausgangssperren aufgehoben. Es dauert vermutlich noch, bis es in Europa so weit ist, aber das wird schon.

Bis dahin, bleibt gesund und ich wünsche euch und euren Familien frohe Ostern!

Eure, Patrizia

Das Bananenbrot-Rezept. Quelle: https://www.einfachbacken.de/rezepte/bananenbrot

2 Kommentare

  • Elke Bontjer-Dobertin

    Liebe Patrizia,
    das ist schön, mal wieder an Deinem Leben teilnehmen zu können. Danke!!!!
    Ich glaube, dass in unserer Familie der Begriff „Langeweile“ reichlich unbekannt ist. Das heißt, das Wort kennt man schon, aber nicht so richtig die Bedeutung. Wir können uns alle gut beschäftigen! Und wenn mal nichts getan wird, dient das der Erholung!

    Tja, dieses Ostern geht in die Geschichte ein. Was mich am meisten an dieser Pandemie stört ist, dass ich fremdbestimmt bin und nicht frei entscheiden kann, was ich außerhalb meines engsten Umfeldes unternehmen wollen würde. Mir fehlt Besuch – bekommen oder machen. Mir fehlt in die Ferne schweifen und…

    Ein Glück, dass es diese Medien gibt und Nachrichten mit der Familie hin und her gehen können. Das ist wenigstens etwas.

    Ungarn zur Zeit ist so ein Problem, Du schreibst davon. Da macht sich leichte Angst breit, wie weit es der Orban wohl treibt. Ich verstehe nicht, wie solche Männer immer wieder gewählt werden können.

    Lassen wir erst einmal Ostern passieren. Am Abend schneide ich sämtliche Tulpen ab, damit ich auch etwas davon habe und nicht nur die Rehe. Sie bedienen sich nicht nur bei mir. Meine Nachbarn werden ebenso heimgesucht, habe ich heute erfahren…

    Habt schöne Ostertage trotzdem, liebe Patrizia.

    Grußkuss von Deiner OmaElke

  • Curd Belesos

    Moin Patrizia,
    wie dir deine liebe Oma Elke bereits geschrieben hat, macht sich auch bei mir ein Anflug von Sorge wegen Orban und dem „Ermächtigungsgesetz“ breit.
    Froh bin ich allerdings darüber, dass du in dieser doch sehr schwierigen Zeit einen Ruhepunkt bei deinen Lieben gefunden hast.
    Was geschieht wird man später in den Geschichtsbüchern lesen können und auch, ob die Evolution die Natur der Erde verändert hat, denn ich hoffe sehr, dass das Corona-Virus doch mindestens ein Umdenken zur Folge haben sollte, da man es eindämmen wird, um ihm die Möglichkeit zu nehmen, die Alten und Schwachen dem Lebenskreislauf vorzeitig zu entziehen. Dabei fällt mir der Song von Herbert Grönemeyer ein „Kinder an die Macht“.
    Nun ja, wir sind alle im christlichen Glauben erzogen worden, doch glauben wir ja mal mehr und mal weniger, doch ich glaube an die Macht der Liebe.
    Wie dem auch sein, ein frohes und unbeschwertes Osterfest sein dir und deinen Lieben beschieden 🙂
    Einen österlichen Gruß aus den Niederungen der Trave von Curd.

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