Magyarországrol

Wissenswertes über Ungarn

Willkommen zurück auf meinem Blog!

Heute einmal mit einem etwas anderen Artikel. Ich möchte euch ein paar wissenswerte Fakten und Tipps über Ungarn mit auf den Weg geben. Vor allem da ich weiß, dass einige von euch mittlerweile überlegen, ob Ungarn (ungarisch: Magyarország; á= betonte, lange Aussprache, gy= j) nicht einen Besuch wert ist. An dieser Stelle soll gesagt sein: Ist es definitiv!

Der osteuropäische Binnenstaat ist umgeben von Österreich, Kroatien, Serbien, Rumänien, der Slowakei, Slowenien und der Ukraine. Es ist vor allem bekannt für den Balaton (zu Deutsch: Plattensee), dem größten europäischen Binnengewässer, im westlichen Teil des Landes. Die Landessprache ist ungarisch, obwohl viele der Einwohner deutsch sprechen können. Englisch ist zurzeit noch nicht so verbreitet. Das liegt vor allem daran, dass bis 1980 ausschließlich russisch und deutsch als Fremdsprachen gelehrt worden sind. An den Universitäten sprechen viele englisch und das auch sehr gut. Dies wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich landesweit weiter verstärken. Seit 2004 ist die Republik Ungarn ein Mitgliedsstatt der EU, allerdings ist die Währung immer noch der Forint (1€ entspricht 335,24 HUF Stand: 07.03.20). Für deutsche Verhältnisse ist das Land sehr günstig. Vor allem was Lebensmittel und Essen gehen anbelangt. Für ungarische Verhältnisse sind die Preise allerdings sehr hoch. Der Mindestlohn liegt bei 1000 HUF die Stunde, was umgerechnet in etwa 2,98€ sind. Technische Geräte, Bücher und auch Autos liegen preislich auf demselben Niveau wie in Deutschland.

Der Balaton im Sommer 2015

Im Gegensatz zu den deutschen, üben viele Ungarn noch handwerkliche Berufe aus. In nahezu jeder Stadt sind kleine Läden zu finden, in denen man relativ günstig Ledertaschen, Messer, Tischdecken, Geschirr und andere selbstgemachte Gegenstände kaufen kann. Solche unscheinbaren Läden sind definitiv einen Besuch wert. An den Straßenrändern der Landstraßen stehen vor allem im Sommer oftmals kleine Stände und davor Schilder mit der Aufschrift „Dinnye“ oder „Gyümölcs“. Eine klare Empfehlung meinerseits: unbedingt einmal anhalten. Dort verkaufen die kleinen Landwirte ihr Obst und Gemüse. In den Supermärkten werden nahezu nur noch Produkte von den großen landwirtschaftlichen Betrieben angeboten, wodurch die Kleinbauern vertrieben werden. Viele von ihnen kämpfen dadurch mittlerweile ums Überleben. Die am Straßenrand angebotenen Produkte sind nicht nur wesentlich günstiger, sondern schmecken auch hundertmal besser. Der Wochenmarkt in den Städten ist deswegen auch immer einen Besuch wert. Wer durch Ungarn reisen möchte, wird in den meisten Fällen sowieso nicht drumherum kommen über diverse Landstraßen zu fahren, da die Autobahnen nicht großflächig ausgebaut sind und darüber hinaus die Autobahnmaut gezahlt werden muss. Das Autobahnnetz umfasst insgesamt neun Autobahnen mit dem Zentrum Budapest. Das bedeutet konkret, dass alle Autobahnen nach Budapest führen.

(Wikipedia (2016) Autobahnbau von 1964 bis 2022, abrufbar: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Autobahnen_in_Ungarn#/media/Datei:HU_Motorways_Plan2016_22.png)

Der westliche Teil Ungarns ist relativ bergig, während der östliche Teil sehr flach ist. Dort befindet sich auch die Puszta. Die Puszta (Aussprache Pußta; sz=s) ist eine sehr dünnbesiedelte steppenartige Gegend. Heute noch gibt es Orte, an denen die Hirtenreiter mit den traditionellen Trachten bewundert werden können. Das ist etwas, was ich mir selbst gerne einmal ansehen möchte. Generell sind die Ungarn ein sehr traditionsbezogenes Volk. Es gibt in beinahe jeder Stadt Volkstanzgruppen und Veranstaltungen, wo diese Tänze aufgeführt und die Trachten getragen werden. Der Nationalstolz ist, wie in den meisten Ländern außerhalb von Deutschland, relativ ausgeprägt.

Noch ein kleiner Tipp: wer schon einmal in Ungarn ist, sollte die Möglichkeit nutzen und die Hausmannskost probieren. Dazu gehören Gulyás (s=sch), Pörkölt, ungarische scharfe Paprika, ungarische Salami, Paprikás Krumpli, Halászlé (Fischsuppe) und Lángos. Vor allem wenn irgendwas im Kessel über dem Feuer zubereitetet wird- nicht zögern, sondern probieren. Egal wie undefinierbar es auch aussehen mag. Beinahe jeder Haushalt hat seine eigenen Obstbäume und stellt aus dem Obst seinen eigenen Schnaps her, vorzugsweise aus Pflaumen oder Aprikosen. Solltet ihr jemals in den Genuss kommen von einem Ungarn nach Hause eingeladen zu werden, dann werdet ihr nicht drumherum kommen, diesen zu probieren. Dabei solltet ihr allerdings Vorsicht walten lassen. Der Schnaps enthält in den meisten Fällen mindestens 50 Promille.

Ich hoffe die kleine Exkursion hat euch gefallen. Nächste Woche gibt es dann wie gewohnt wieder Einblicke in meinen ungarischen Alltag. Wenn ihr noch Fragen zu Ungarn im Allgemeinen habt, lasst es mich wissen!

Bis dahin,

Eure Patrizia.

Die längste Brücke Ungarns (1872m lang und 88m hoch)
Aussicht von einer Burg in der Gegend des Balaton
Die Halbinsel Tihány

6 Comments

  • Elke Bontjer-Dobertin

    Na das ist ja wieder eine tolle Reise. Später mehr dazu. Ich miss auf den Bahnsteig…

    • Elke Bontjer-Dobertin

      Es musste natürlich heißen: Ich mUss auf den Bahnsteig. Da war ich dann aber doch nicht. Hatte keine Lust, die Treppen wieder raufzulaufen (runter geht ja noch), weil die Fahrstühle saniert werden. Anstatt einen nach dem anderen, werden alle auf einmal stillgelegt. Für alte Menschen mit Gepäck und Kinderwagen-Eltern eine Tortur. So blieb ich oben stehen und schaute von da aus zu, wie die Leute dem Zug entströmten. Ziemlich zum Schluss entdeckte ich meinen nach mir Ausschau haltenden Herzensmann. Entgegen der DB-Gepflogenheiten war die erste Klasse diesmal hinter der Lok. Da war sein Weg ein etwas weiterer. Als er mich dann oben antraf, war die Freude beiderseits.
      Moin Patrizia
      Im Auto hatte ich Deine neue Nachricht schon gelesen, wie der Kurzkommentar zeigte. Auf dem PC habe ich das erst heute gesehen, nachdem Curd mich aufmerksam gemacht hat, der den Blogzugang auch erst heute sah. Ich habe dann mit dem größten Vergnügen wieder gelesen, was Du geschrieben hast. Ich glaube, weil ich so vieles von dem, was du beschreibst, schon gesehen und erlebt habe, hält mich das Land Deiner Ahnen so gefangen. Ich werde mir wieder das Buch vornehmen: Die Sterne von Eger. Und damit tauche ich noch einmal in die Geschichte ein.
      Liebe Patrizia,
      Wohin ich allzu gerne wieder einmal möchte? In die Hortobagy-Puszta. Dieses weite Land mit seinen unterschiedlichen Viehherden, den Ziehbrunnen und den Hirten ist großartig. Zeig es Deinem Jens! In der Bugacs-Puszta bin ich auch gerne gewesen. Dort hat mich das kleine Museum fasziniert. Ach, da ist noch so vieles…
      Eine gute Zeit wünsche ich Dir weiterhin, Patrizia. Auch, dass es Dir wieder gut gehen möge! Meine Marathon-Nase ist am Zielpunkt angekommen und trocken.
      Ganz liebe Knuddelgrüße von Deiner OmaElke

  • Curd

    Moin aus Aurich,
    früher führten alle Wege nach Rom, doch du schreibst ja, dass “alle Autobahnen nach Budapest führen”. Da bin ich doch froh, mit dem Zug gefahren zu sein und wie du weiter oben lesen kannst, zu beidseitiger Freude.
    Viel Freude wünsche ich auch dir und weitgreifende Erkenntnisse in deinem wohl gewählten Studienort.

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