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Wine a little you´ll feel better

Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Artikel!

Wie im vorherigen Beitrag („Zum Wohl. Die Pfalz.“) schon erwähnt, ging die Reise nach sechs Tagen Pfalz weiter an die Mosel. Als unser erstes Ziel suchten wir uns das Weingut Schmitt-Hof raus, welches sich in Thörnich befindet. Das kleine Dorf ist direkt an der Mosel gelegen und etwa 25km nördlich von Trier entfernt. Dort blieben wir zwei Nächte. Den ersten Tag verbrachten wir damit die Umgebung mit dem Rennrad zu erkunden. Wir kämpften uns den Berg zwischen den Weinbergen hoch und genossen den kühlen Gegenwind auf dem Weg nach unten.

Am nächsten Tag blieb uns nichts anderes übrig, als im Wohnmobil zu bleiben. Es regnete in Strömen, weshalb an Rennrad fahren nicht zu denken war. Stattdessen verbrachte ich den Tag damit zu lesen und Wein zu trinken. Das Prasseln des Regens auf das Wohnmobildach sorgte für eine angenehme und gemütliche Stimmung. Ich genoss es den ganzen Tag einfach mal nichts zu tun.

In der Zwischenzeit hatte ich bereits drei weitere Wohnmobilstellplätze rausgesucht und versucht diese telefonisch zu kontaktieren. Allerdings konnte ich niemanden erreichen, weshalb wir nach zwei Tagen Aufenthalt in Thörnich auf gut Glück einfach losfuhren. Dieses Mal dauerte es fünf Stunden bis wir endlich einen Platz fanden, der nicht vollkommen mit Touristen überlaufen war. Auf dem Weg nach Pünderich fuhren wir durch Bernkastel-Kous, Traben-Trarbach und viele andere wunderschöne Orte. Die Schönheit der Gegend verschlug mir jedes Mal die Sprache, weshalb ich nur da sitzen und staunen konnte.

Auf dem Weg zum nächsten Stellplatz.
Auf dem Weg zum nächsten Stellplatz.

Auf dem Campingplatz angekommen, machten wir uns auf den Weg in den nächsten Ort. Dort fanden wir eine sehr gemütliche Straußenwirtschaft und machten es uns dort bequem. Wir lernten neue Leute kennen und probierten uns einmal durch die halbe Weinkarte. Schnell war klar, dass wir welchen mitnehmen müssen und so kauften wir einige Flaschen Wein und Traubensaft. Gegen Mitternacht, alle anderen Gäste waren schon gegangen, wollten die Gastwirte den Laden langsam schließen. Wir nahmen also unsere Sachen und wollten gerade gehen, doch da bestand die Frau des Wirtes darauf, dass ihr Mann uns nach Hause fahren solle. Lange Rede kurzer Sinn: der Mann brachte uns zurück zum Campingplatz, der etwa zwei Kilometer entfernt war und wir waren sehr glücklich, dass wir die Flaschen nicht den ganzen Weg zurücktragen mussten. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich sowas noch nicht erlebt. Noch nie zuvor bin ich von den Gastgebern nach Hause gefahren worden.

Unser Stellplatz war direkt an der Mosel gelegen.
In Traben-Trarbach.

Nachdem wir am nächsten Morgen ausgeschlafen hatten, fuhren wir die 16km mit dem Rennrad nach Traben-Trarbach. Der Hin- und Rückweg war schon atemberaubend schön und auch die Stadt beeindruckte mich sehr. Die Mosel teilt die Stadt in Traben und Trarbach. Auf der einen Seite befindet sich eine kleine Fußgängerzone, welche sich im Schatten der Burg befindet, die über die Stadt ragt. Auf der anderen Seite befinden sich größere Einkaufsläden, einige Restaurants und Gastwirtschaften, sowie vermehrt Wohnhäuser. Generell ist es wesentlich angenehmer an der Mosel Fahrrad zu fahren als in der Pfalz, da man die ganze Zeit am Wasser entlangfahren kann und es dort keine Steigungen gibt, die man überwinden muss. Zumal die Radwege auch wesentlich besser ausgebaut sind.

Ein weiteres Highlight war die Burg Eltz, die wir am darauffolgenden Tag besuchten. Auf dem Weg dorthin schickte uns das Navi jedoch kreuz und quer durch die Berge. Das bergab fahren und viele Bremsen tat dem Wohnmobil nicht gut, weshalb wir anhalten mussten und dem Fahrzeug eine halbe Stunde Pause gönnten. Irgendwann schickte das Navi uns durch ein Dorf einen Berg hinauf. Wir bogen um eine scharfe Kurve und aus den Augenwinkeln konnte ich gerade noch ein Schild entdecken, worauf ein „LKW verboten“ und „15% Steigung“ zu erkennen war. Das Wohnmobil ist mit seinen dreieinhalb Tonnen zwar noch kein LKW, allerdings sehr hoch, lang und voll beladen. Der Weg nach oben erwies sich als nervenaufreibend. Neben mir befand sich zudem der steile Abhang, welchen ich mit meiner Höhenangst nicht sonderlich begrüßte. Nach den gefühlten längsten vier Kilometern meines/unseres Lebens hatten wir es endlich geschafft und waren oben angekommen. Nach weiteren knappen zehn Kilometern kamen wir auf dem Parkplatz der Burg an. Von da aus waren es noch ungefähr 15 Minuten zu Fuß bis zur Burg. Wir liefen gerade mal drei Meter auf dem Schotterweg, da rutschte ich aus und fiel hin. In letzter Sekunde konnte ich meine Kamera, die ich in der Hand hielt noch retten, bevor diese zu Boden gefallen wäre. Meine linke Hand und mein linkes Knie fingen sofort an zu bluten. Es ging erstmal zurück zum Wohnmobil (zum Glück hatten wir hochprozentigen Alkohol dabei), um Hände und Knie zu waschen. Da ich allerdings kein Blut sehen kann, wurde mir schwindelig. Nach ein paar Minuten beruhigte ich mich aber wieder und wir starteten einen neuen Versuch die Burg zu besichtigen. Die Mühe hatte sich definitiv gelohnt. Der Ausblick, als wir aus dem Wald kamen und um die Ecke bogen, verschlug mir den Atem. Doch nicht nur von außen, sondern auch von innen ist die Burg einen Besuch wert. Kurzer Fakt am Rande: Sie befindet sich seit fast 1000 Jahren in Besitz der Familie Eltz und da sie als Wohnsitz und nicht als Stützpunkt diente, wurde sie nie angegriffen. Auch Napoleon übersah sie einfach.

Burg Eltz.
Während der Moselrundfahrt.

Der letzte Stellplatz, den wir aufsuchten war in Burgen direkt an einem Hotel. Von dort aus machten wir eine Moselrundfahrt nach Koblenz mit dem Schiff und wieder zurück. Die Fahrt dauerte pro Strecke zweieinhalb Stunden und wir hatten knappe zwei Stunden Aufenthalt in Koblenz. Ehrlich gesagt hat sich das nicht gelohnt. Es war so unfassbar warm und dadurch, dass das Schiff so langsam fährt, hatten wir kaum Fahrtwind. Ich holte mir einen dicken Sonnenbrand auf dem Rücken und auch von Koblenz haben wir nicht viel sehen können.

Am Samstag ging es dann zurück Richtung Heimat. Der Urlaub hat mir sehr gut gefallen und es war überhaupt nicht schlimm, dass es diesmal nicht ins Ausland ging. Wir haben viel gesehen, viele nette Menschen kennen gelernt und endlich mal wieder richtig ausgespannt. Ich finde man muss nicht immer weit wegfahren, um einen schönen Urlaub zu haben.

Für mich beginnt jetzt auch wieder „der Ernst des Lebens“ oder so.

Genießt die letzten warmen Tage.

Bis dahin,

Eure Patrizia.

Innenhof von Burg Eltz.
Der Eltzer Wald.
Bank in Reil.

One Comment

  • OmaElke

    Moin liebe Patrizia,
    da ist Dir wieder ein bongforzinöser Bericht gelungen, herzlichen Dank dafür!
    Sehr gerne bin ich mit Dir und Jens an der Mosel längs gefahren, die ich von etlichen Besuchen kenne und ebenso begeistert bin wie Du. Burg Eltz hat mich auch sehr beeindruckt. Ich bewundere die damaligen Baumeister.

    Straußenwirtschaften habe ich am Neckar besucht und erinnere mich mit Vergnügen an die riesigen Leberwurstbrotscheiben oder Brote mit Griebenschmalz, die es zum Wein gab und die ich mit zwei Händen halten musste. Die Brotscheibe war ein Gedicht. Und passend der Wein dazu. Ich war mit einem Kurmann dort und auf dem Rückweg (Fahrräder) fuhren wir in Schlangenlinien und sangen dazu: Donau so blau, so blau, so blau… Das passte zum Schwung. Die Straße war eine verkehrsärmste Seitenstraße, sie verlief oberhalb der Bundesstraße. Da konnten wir uns das erlauben, und es hat Spaß gemacht.

    Bedauerlich war Dein Sturz. Als ich in Deiner Handynachricht las, dass Ihr mit Rennrädern auf Schotterwegen unterwegs seid, hatte ich Sorge, dass es einen Sturz geben könnte. Schotter ist rutschig, weiß ich aus Erfahrung. Gab es zum Glück nicht. Aber einen kleinen Dämpfer hat es wohl geben müssen in all den schönen Tagen und Du bist doch noch hingefallen. Sowas schmerzt und ich bedaure, dass Dir das passiert ist. Haben sich die Blessuren wieder restlos verzogen? Ich wünsche es Dir.

    Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, denn plant Ihr jetzt den nächsten Urlaub mit dem WoMo, quer durch Deutschland und vielleicht in anderer Richtung? Obwohl es in der Gegend, die Ihr jetzt erkundet habt, ja noch ungeheuer mehr zu entdecken gibt.
    Viel Erfolg dabei wünscht Euch
    OmaElke

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